Bundesumweltminister Peter Altmaier hat Greenpeace-Aktivisten in sein Ministerium eingeladen. Am Morgen hatten Mitglieder der Umweltorganisation das Dach des Ministeriums besetzt. Thema des Gesprächs waren die Grenzwerte für den CO2-Ausstoß von Neuwagen, über die derzeit in der Europäischen Union verhandelt wird.
"Wir wollen auf lange Sicht einen CO2-neutralen Autoverkehr", sagte Altmaier im Gespräch mit den Aktivisten. "Aber wir müssen auch sehen, wie wir dies durch hocheffiziente, neue Antriebstechnologien erreichen können."
Konkret ging es in dem Gespräch um die sogenannten "Supercredits". Das ist eine Methode, bei der Modelle mit Elektromotor (Plug-In-Hybride) bei der Berechnung der Flottengrenzwerte etwas höher gewichtet werden.
Altmaier verteidigte diesen Vorschlag: "Durch die Supercredits wird kurzfristig minimal weniger CO2 eingespart. Aber mittel- und langfristig entstehen so neue Technologien, mit denen wir sehr viel mehr CO2 einsparen können", so der Minister. "Wir wollen, dass das Elektroauto erwachsen wird." Altmaier machte zugleich deutlich, dass es bei den Supercredits jedoch keine Übertreibungen geben dürfe.
Bundesumweltminister Peter Altmaier hat heute in Berlin das UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau als eine der in punkto Nachhaltigkeit zehn besten Tourismusregionen in Deutschland ausgezeichnet. Als Sieger im Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusregionen in Deutschland 2012/13 wurde die Uckermark in Brandenburg geehrt. Der Wettbewerb von Bundesumweltministerium, Deutschem Tourismusverband e.V. und Bundesamt für Naturschutz wurde zum ersten Mal durchgeführt.
"Das Biosphärenreservat Bliesgau hat sich als Reiseziel hervorragend entwickelt", sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier. "Hier arbeiten Naturschützer und touristische Anbieter Hand in Hand. Der Bliesgau hat sich so eine Spitzenposition in Punkto Nachhaltigkeit erarbeitet." Das Thema "Nachhaltigkeit" habe ein großes Potenzial für die Entwicklung des Tourismus und des ländlichen Raums in Deutschland, so Altmaier.
Die Wettbewerbsjury hatte im Bliesgau vor allem die enge Verknüpfung von nachhaltigem und naturverträglichem Tourismus, verankert im Rahmenkonzept für das Biosphärenreservat, überzeugt. So präsentieren sich Partnerbetriebe im Biosphärenreservat als Botschafter für die Region und für einen Qualitätstourismus, da konkrete Mindestkriterien bei der Nachhaltigkeit erfüllt werden müssen.
Ein besonderes Angebot im Bliesgau: Das Floß der Nachhaltigkeit. Damit wird nicht nur die Tradition der saarländischen Holzflößer erlebbar gemacht, sondern auch ein Beitrag zum notwendigen Umbau des Waldes geleistet. Nach Anleitung wird aus Fichtenholz ein Floß gebaut, das auch für Fahrten genutzt werden kann. Für die gefällten Fichten werden ersatzweise Buchen gepflanzt, die im Bliesgau ihre natürliche Verbreitung haben.
Zu den anderen Gewinnerregionen gehören das Allgäu, die Nationalparkregion Bayerischer Wald, der Schwarzwald, die Inselgemeinde Juist, die Biosphäre Halligen, die Ammergauer Alpen sowie die Biosphärenregion Elbtalaue-Wendland. Den Siegerpreis erhielt die Uckermark, den Sonderpreis für ein besonderes Engagement zum Schutz der biologischen Vielfalt an die Eifel. 34 Tourismusregionen hatten sich am Wettbewerb beteiligt.
Das Bundesumweltministerium fördert ein neues Konzept zur Energieeinsparung bei der Stahlproduktion. Die BILSTEIN GmbH & Co. KG aus Hagen-Hohenlimburg in Nordrhein-Westfalen erhält knapp 700.000 EUR aus dem Umweltinnovationsprogramm. Ziel des Pilotprojekts ist es, durch Verstromung der bisher ungenutzten Abwärme Energie einzusparen und damit Kohlendioxid-Emissionen zu vermeiden.
Das Unternehmen errichtet erstmalig in der metallverarbeitenden Industrie eine ORC-Anlage (Organic Rankine Cycle), um die entweichende Wärme hocheffizient für die Stromerzeugung zu nutzen. In dem neuartigen Verfahren wird die im Prozess gewonnene Abwärme zunächst über den Kolbenmotor in mechanische Energie und dann über einen Generator in elektrische Energie umgewandelt. Der hierdurch erzeugte Strom soll primär zur eigenen Versorgung des Unternehmens mit Elektrizität verwendet werden, kann aber auch ins öffentliche Netz eingespeist werden.
Mit dem Projekt können jährlich rund 1.900 Megawattstunden elektrischer Strom und 10.000 Megawattstunden Heizwärme eingespart werden. Dadurch können die Kohlendioxid-Emissionen um rund 3.100 Tonnen pro Jahr gesenkt werden.
Bei herkömmlichen Verfahren wird beim Umformen metallischer Werkstoffe durch Kaltwalzen das Metall stark verfestigt und seine Verformbarkeit nimmt ab. Um die zur Weiterverarbeitung erforderliche Verformbarkeit wiederherzustellen, muss der Werkstoff mit Hilfe Erdgas befeuerter Öfen erwärmt und danach wieder abgekühlt werden. Die dem Werkstoff beim Abkühlvorgang entzogene Wärme ging bisher ungenutzt verloren.
Das Vorhaben der BILSTEIN GmbH & Co. KG zeigt beispielhaft auf, wie die Energieeffizienz in energieintensiven Unternehmen gesteigert werden kann. Bei einem erfolgreichen Projektverlauf könnte die Technologie auch in anderen Industriezweigen eingesetzt werden. Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben.
Die Uckermark ist Siegerregion des Bundeswettbewerbs für Nachhaltige Tourismusregionen 2012/2013. Bundesumweltminister Peter Altmaier und der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes e.V. Reinhard Meyer zeichneten die brandenburgische Tourismusregion heute in Berlin aus. Die Uckermark hatte sich im Finale gegen das Allgäu, den Bayerischen Wald, die Insel Juist und den Schwarzwald durchgesetzt. Der Sonderpreis für ein besonderes Engagement zum Schutz der biologischen Vielfalt ging an die Eifel. Insgesamt nahmen 34 Regionen aus 12 Bundesländern am Wettbewerb von Bundesumweltministerium, Bundesamt für Naturschutz und Deutschem Tourismusverband e.V. teil.
"Der Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusregionen 2012/2013 ist ein großer Erfolg! Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Branche angekommen", sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier. "Allen ausgezeichneten Tourismusregionen gratuliere ich, vor allem der Siegerregion Uckermark und der Sonderpreisträgerin Eifel! Die Uckermark hat es geschafft, unter schwierigen Bedingungen ein überzeugendes touristisches Angebot auf die Beine zu stellen. Sie setzt auf Klimafreundlichkeit, auf ihre eindrucksvolle Naturlandschaft und sensibilisiert die Menschen so für Nachhaltigkeit. Gewinner aber sind alle Teilnehmer, denn sie haben als nachhaltige Tourismusregionen die Nase vorn im Wettbewerb. Umwelt- und naturverträgliches Reisen steht in Deutschland hoch im Kurs. Gewonnen haben aber natürlich auch die Gäste, die von der Qualität, der Gastfreundlichkeit profitieren und die schönen Landschaften genießen können."
Reinhard Meyer, Präsident des DTV: "Die Siegerregion Uckermark zeigt auf vorbildliche Art, dass Tourismus und Naturschutz Hand in Hand gehen können: Ein ganzes Netzwerk touristischer Unternehmen setzt in der Uckermark auf Ökostrom, energetische Gebäudesanierung und regionale Bioprodukte. Klimafreundliche Anbieter kompensieren ihre Emissionen über das regionale Projekt MoorFutures. So können Gäste mit gutem Gewissen die klimafreundliche Erholung genießen. Darüber hinaus ist die Uckermark einfach ein wunderschönes Stück Deutschland, das es zu bewahren gilt."
Eine Expertenjury hatte nach Auswertung der Bewerbungen anhand von 50 Kriterien aus allen drei Bereichen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie und Sozialverträglichkeit) die besten fünf Regionen besucht und die touristischen Angebote vor Ort geprüft. Bei der Preisverleihung in Berlin wurden neben der Siegerregion und dem Sonderpreisträger auch die weiteren Finalisten Allgäu, der Bayerische Wald, die Insel Juist und der Schwarzwald geehrt. Über Beratungsleistungen konnten sich zudem die Ammergauer Alpen, die Biosphäre Halligen als Teil des UNESCO-Biosphärenreservates Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, die Biosphärenregion Elbtalaue-Wendland, das UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau sowie die Eifel freuen.
Mit dem Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusregionen soll nachhaltiger Tourismus in Deutschland gestärkt und bekannter gemacht werden. Ziel ist es, einen nachhaltig ausgerichteten modernen Qualitätstourismus, der auf Klimaschutz, Energie- und Ressourceneffizienz sowie den Schutz der biologischen Vielfalt setzt, in Deutschland voranzubringen.
Der DTV
Der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV) – 1902 gegründet – ist der Dachverband kommunaler, regionaler und landesweiter Tourismusorganisationen. Er setzt sich für eine erfolgreiche touristische Entwicklung in Deutschland ein. Neben Aufgaben als tourismuspolitische Interessenvertretung steht dabei die Fach- und Projektarbeit im Vordergrund. Der DTV ist beratend, zertifizierend und koordinierend in vielen Bereichen des Qualitätstourismus tätig. Zu den 96 Mitgliedern des DTV zählen 13 Landestourismusorganisationen, zwei Stadtstaaten sowie regionale Tourismusorganisationen. Ferner sind 40 Städte, alle Kommunalen Spitzenverbände sowie insgesamt 35 fördernde Mitglieder – darunter ADAC und Deutsche Bahn AG – im DTV vertreten.
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Deutscher Tourismusverband e.V.
Sarah Lopau
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 030 / 856 215 - 121
E-Mail: lopau@deutschertourismusverband.de
Nach einem 12-tägigen Verhandlungsmarathon sind die gemeinsam durchgeführten Vertragsstaatenkonferenzen zum Basler, Stockholmer und Rotterdamer Übereinkommen zu Ende gegangen. Die Konventionen regeln die grenzüberschreitende Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung, die weltweite Einschränkung langlebiger organischer Schadstoffe (POPs - persistent organic pollutants) und den Handel mit gefährlichen Industriechemikalien und Pestiziden. Die Konventionen sollen dazu beitragen, dass bis 2020 mit Chemikalien weltweit so umgegangen wird, dass Mensch und Umwelt nicht mehr durch Chemikalien und gefährliche Abfälle gefährdet werden. Auf dieses Ziel hatte sich die Weltgemeinschaft 2002 auf dem Nachhaltigkeitsgipfel von Johannesburg geeinigt.
Dazu haben sich vom 28. April bis zum 10. Mai über 1600 Vertreter aus mehr als 160 Staaten in Genf zusammengefunden. Die Konferenzen wurden zum ersten Mal überhaupt für Internationale Umweltabkommen in einem gemeinsamen Format simultan durchgeführt. Hierdurch wurden Einsparungen erreicht, die der Umsetzung der Konventionsinhalte zugute kommen sollen.
Im Ergebnis konnte im Rahmen des Stockholm Übereinkommens die künftige Verwendung des Flammschutzmittels Hexabromcyclododecan (HBCD) verboten werden, weitere Beschlüsse dienen dem Zweck der künftigen Einschränkung bei der Verwendung von gefährlichen langlebigen Substanzen, u.a. bromierten Biphenylen (PBDEs) und Perfluoroktansulfonsäure (PFOS).
Im Rahmen des Rotterdamer Übereinkommens wurden vier Substanzen neu aufgenommen, die künftig im Handel den Regeln des Übereinkommens unterliegen. Hierzu gehören z.B. das Pestizid Azinphosmethyl und Industriechemikalien wie Octa- und Pentabromdiphenylether, die in mehreren Anwendungen stehen.
Im Rahmen des Basler Übereinkommens wurde ein Rahmen für die umweltgerechte Abfallbewirtschaftung beschlossen, der auch Instrumente und Strategien zu seiner Umsetzung sowie eine Reihe von Empfehlungen u.a. an die Staaten und Abfallerzeuger und -behandler enthält. Zu den Technischen Leitlinien zur Verbringung von gebrauchten Elektrogeräten bzw. Elektroaltgeräten konnte leider keine Einigung erzielt werden. Dagegen wurde ein Leitfaden zum umweltgerechten Umgang mit gebrauchten Computern und Altcomputern verabschiedet. Um die Zusammenarbeit bezüglich der Bekämpfung illegaler Verbringungen zu verbessern, wurde ein Netzwerk eingerichtet, das aus Vertretern von Staaten und relevanten Organisationen zusammengesetzt ist.
Bundesumweltminister Peter Altmaier setzt sich für den Schutz der Schweinswale in Nord- und Ostsee ein. Am Samstag informierte er sich bei einem Besuch im Ozeaneum in Stralsund über die Arbeit der Wissenschaftler, die dort den Bestand der Ostsee-Schweinswale erforschen. Diese Forschung ist die Grundlage dafür, Schweinswale effektiv schützen zu können – unter anderem vor der Schallbelastung, die beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen entsteht.
"Der Schutz der Schweinswale liegt mir besonders am Herzen", sagte Altmaier. "Eine erfolgreiche Energiewende gelingt nur im Einklang mit der Natur. Ich will mich dafür einsetzen, beiden Zielen gerecht zu werden: einer erneuerbaren Energieversorgung und dem Schutz der Tiere. Was den Ostsee-Schweinswal angeht, brauchen wir dringend mehr Informationen. Wir müssen wissen, wo sich die Schweinswale in welcher Lebensphase aufhalten, um sie effektiv schützen zu können. Darum ist die Arbeit der Forscher in Stralsund so wichtig."
Die Schweinswale sind nicht nur von der Schallbelastung durch den Bau von Offshore-Windparks potentiell betroffen. Auch die im Ostseeraum immer noch verbreiteten Stellnetze gefährden den Bestand.
Schweinswale sind in der Roten Liste Deutschland als stark gefährdet eingestuft. Während ihr Bestand in der Nordsee als gut erforscht gilt, liegen über die Population der Ostsee-Schweinswale bisher kaum belastbare Erkenntnisse vor.
Die Meeresforscher in Stralsund arbeiten daran, das zu ändern: Im sogenannten SAMBAH-Projekt, das von der Bundesregierung finanziert wird, erforschen sie gemeinsam mit allen EU-Ländern rund um die Ostsee den Bestand der Ostseeschweinswal-Population. Seit Mai 2011 werden die Klicklaute der Wale mit Unterwasser-Detektoren aufgezeichnet. Ziel ist, herauszufinden, wo die Schweinswale sich zu welcher Jahreszeit aufhalten und wo sie daher besonders vor menschlichen Aktivitäten geschützt werden müssen. Die Datensammlung steht kurz vor dem Abschluss.
In Marokko ist heute mit einem symbolischen Spatenstich des marokkanischen Königs Mohammed VI. mit dem Bau des weltgrößten Solarkraftwerks Ouarzazate begonnen worden. Die Bundesregierung beteiligt sich an der Finanzierung des Vorhabens mit 115 Millionen Euro. Damit fördern das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Marokko gemeinsam bei der Umsetzung des marokkanischen Solarplanes und der Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen, die auf 230.000 Tonnen pro Jahr geschätzt werden.
Deutschland unterstützt Marokko seit 30 Jahren im Energiesektor und ist Impulsgeber im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Marokko betrachtet die deutsche Energiewende als Ermutigung für die eigene Energiestrategie, die hohe Investitionen in erneuerbare Energien vorsieht. Die deutsch-marokkanische Zusammenarbeit unterstützt die Entwicklung von regionalen Energiemasterplänen, den Aufbau neuer Institutionen, Gesetze und Regelungen für erneuerbare Energie und Energieeffizienz und stellt Kredite für Solar-, Wind- und Wasserkraftwerke zur Verfügung.
Der Bau des Solarkraftwerk Ouarzazate ist der erste Schritt Marokkos in der Umsetzung seines ehrgeizigen Solarplans, durch den bis zum Jahr 2020 2.000 Megawatt (MW) Kraftwerkskapazität aufgebaut werden sollen. Zusammen mit dem Ausbau der Windenergie könnte Marokko bis 2020 bereits die Hälfte seiner Stromversorgung mit erneuerbaren Energien sicherstellen. Das Kraftwerk hat eine Kapazität von 160 Megawatt.
Das BMU leistet im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative einen Zuschuss in Höhe von 15 Millionen Euro für die Eigenkapitaleinlage der staatlichen "Moroccan Agency for Solar Energy" bei der Projektgesellschaft. Diese Mittel werden über die KfW Entwicklungsbank eingebracht. Das BMZ stellt zinsverbilligte Darlehen in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro aus der Sonderfazilität "Initiative für Klima- und Umweltschutz" zur Verfügung.
Die deutsche Unterstützung erfolgt in enger Abstimmung mit den weiteren beteiligten Gebern wie der Weltbank, der afrikanischen Entwicklungsbank, der Europäischen Investitionsbank, der französischen Entwicklungsbank sowie der Europäischen Kommission.
Mit diesem Beitrag wird Deutschland zum wichtigsten europäischen Partner Marokkos bei der Realisierung des Solarkraftwerkes Ouarzazate 1. Durch dieses Solarkraftwerk wird Marokkos Abhängigkeit vom Import fossiler Energien reduziert. Solarenergie ist ein Zukunftsmarkt, der für Länder wie Marokko von großer Bedeutung ist. Der Kraftwerksbau ist in mehreren Stufen vorgesehen. Über den jetzt begonnenen Bauabschnitt hinaus unterstützt die Bundesregierung den Ausbau von Solarkraft in Marokko mit weiteren 650 Millionen Euro in den kommenden Jahren. Deutschland leistet damit einen erheblichen Beitrag, dass sich diese Märkte entwickeln können, die nicht nur Beschäftigungsmöglichkeiten, sondern insbesondere auch Investitionschancen für die Privatwirtschaft mit sich bringen. Damit setzen BMU und BMZdas Energiekonzept der Bundesregierung um, das die Kooperation Deutschlands mit den Ländern Nordafrikas betont.
Das Bundeskabinett hat den vom Bundesrat am 3. Mai 2013 beschlossenen Änderungen zur Novelle der Vorschriften über elektromagnetische Felder und das telekommunikationsrechtliche Nachweisverfahren zugestimmt und damit die Änderungsverordnung nach Maßgabe des Bundesrats verabschiedet.
Die Exposition mit elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern nimmt in der heutigen Umwelt infolge der Nutzung moderner Technologien seit Jahren zu. Zum Beispiel sind alle Anwendungsbereiche elektrischer Energie mit niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern verbunden. Dies gilt auch für die Stromübertragung. Die Änderungsverordnung flankiert durch eine Regelung zum Schutz und zur Vorsorge vor gesundheitlichen Auswirkungen nichtionisierender Strahlung den Ausbau der Übertragungsnetze im Hoch- und Höchstspannungsbereich.
Die nun beschlossenen Neuregelungen umfassen Regelungen zum vorsorgenden Gesundheitsschutz. So wird beim Bau neuer Stromtrassen künftig die Überspannung von Wohngebäuden untersagt werden. Ebenso ist in der Verordnung festgelegt, dass auch beim Ausbau der Stromnetze elektrische und magnetische Felder zu minimieren sind. Näheres wird in einer allgemeinen Verwaltungsvorschrift geregelt werden. Auch im Hinblick auf Hochfrequenzanlagen gibt es Änderungen. So werden beispielsweise nun auch private und hoheitlich betriebene Funkanlagen vom Anwendungsbereich der Verordnung erfasst.
Das Bundeskabinett hat die vom Bundesrat beschlossenen Änderungen übernommen, um zügig einen dem heutigen technischen und wissenschaftlichen Stand entsprechenden Rechtsrahmen zum Schutz vor elektromagnetischen Feldern zu schaffen. Die Maßgaben sehen u.a. vor, dass geänderte Anforderungen beim Bau neuer Niederfrequenzanlagen sowie das Überspannungsverbot für Stromübertragungsleitungen schneller als nach der ursprünglichen Regierungsvorlage gelten.
Die Verordnung wird nun noch einmal dem Deutschen Bundestag zur abschließenden Beteiligung zugeleitet und wird voraussichtlich im Juli in Kraft treten.
Rund 450.000 Euro erhält die Josef Bohnen GmbH & Co. KG aus Nordrhein-Westfalen aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums. Die Fördergelder ermöglichen dem Unternehmen aus Swisttal, bei der Gewinnung von Kies eine ressourcenschonende Kieswaschanlage einzusetzen. Der Grundwasserbedarf soll dadurch um bis zu 90 Prozent reduziert werden.
Bei der neuen Methode wird das zur Kiesgewinnung benötigte Wasser gereinigt und in den Produktionsprozess zurückgeführt. Dadurch wird auch der Flächenbedarf minimiert, da durch die Kreislaufführung des Wassers keine Absetzbecken mehr benötigt werden. Der verringerte Wasserverbrauch und die damit ebenfalls verbundene geringere Pumpenleistung führen außerdem zu einer Energieeinsparung und einer entsprechenden Senkung der Kohlendioxid-Emissionen von 42,5 Tonnen pro Jahr.
Die neue Technologie ermöglicht es zudem, auch Kiesvorkommen unterhalb von den bisher üblichen fünf Metern Tiefe ausreichend zu reinigen, so dass bisher ungenutzte Kiesvorkommen erschlossen werden können. Dadurch wird die Wirtschaftlichkeit der Anlage gesteigert.
Kies wird durch Abbaggerung im Tagebau gewonnen. Der abgebaute Rohkies ist mit Anhaftungen wie Lehm und Ton befrachtet, die vor einem Einsatz als Baustoff entfernt werden müssen. Deshalb wird der Kies gewaschen, wozu in der Regel Grundwasser verwendet wird. Bei herkömmlichen Verfahren wird das verunreinigte Waschwasser in Absetzbecken gepumpt, wo die enthaltenen Schmutzpartikel auf den Boden sinken und sich dort ablagern während das Wasser zu einem großen Teil versickert oder verdunstet.
Die von der Josef Bohnen GmbH & Co. KG angewandte Methode kann auch auf andere Kiesgewinnungsstätten übertragen werden und ist insbesondere für grundwasserarme Regionen von Interesse. Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinaus gehen und sollte Demonstrationscharakter haben.
Auf Vorschlag von Bundesumweltminister Peter Altmaier und Forschungsministerin Johanna Wanka hat das Bundeskabinett heute die Berufung der Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats für Globale Umweltveränderungen (WBGU) beschlossen. Die Berufung gilt für den Zeitraum bis 31. Oktober 2016.
Bundesumweltminister Altmaier und Bundesforschungsministerin Wanka dankten den WBGU-Mitgliedern für die bisher geleistete Arbeit und wünschten ihnen viel Erfolg für die künftige Tätigkeit.
Als Beiratsmitglieder bestätigt wurden der bisherige Vorsitzende Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), der bisherige Stellvertreter Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, Bonn, Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen und Professor für Politikwissenschaft an der Universität Gießen, Nebojsa Nakicenovic, Professor für Energiewirtschaft an der Technischen Universität Wien sowie Sabine Schlacke, Professorin für Öffentliches Recht am Institut für Umwelt- und Planungsrecht der Universität Münster.
Neu in den Beirat berufen wurden Frauke Kraas, Professorin für Anthropogeographie an der Universität Köln, Peter Lemke, Professor für Physik von Atmosphäre und Ozean an der Universität Bremen und Leiter des Fachbereichs Klimawissenschaften des Alfred-Wegener-Instituts des Helmholtz-Zentrums für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, Ellen Matthies, Professorin für Umweltpsychologie an der Universität Magdeburg sowie Uwe Schneidewind, Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie GmbH.
Der WBGU wurde 1992 im Vorfeld der UN-Konferenz in Rio als unabhängiges und wissenschaftliches Beratergremium der Bundesregierung eingerichtet. Der WBGU hat die Aufgabe, globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme zu analysieren und zur Lösung dieser Probleme Handlungs- und Forschungsempfehlungen zu erarbeiten.
Das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) werben für eine breite Beteiligung an den am 11. Mai 2013 beginnenden Wanderveranstaltungen für die biologische Vielfalt. Die Wanderungen stehen unter dem Motto "Gemeinsam Wandern – Deutschlands Vielfalt erleben!". Bis zum 21. Juli sind mehr als 850 Wanderungen zwischen Wattenmeer und Alpen geplant. (Weitere Informationen, Anmeldung, Termine unter: www.wandertag.biologischevielfalt.de)
Wie schon in den vergangenen Jahren konnten erneut viele verschiedene Partner und Veranstalter gewonnen werden, die themenbezogene Wanderveranstaltungen anbieten. Es werden über 200.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet.
Bundesumweltminister Peter Altmaier: "Mit den Wanderungen wird die biologische Vielfalt erfahrbar gemacht und das Interesse an deren Artenreichtum geweckt. Wer die Vielfalt der Arten, Lebensräume und Landschaften in der eigenen Umgebung kennen lernt, versteht besser, wie wertvoll die Leistungen der Natur auch für die Menschen und unsere Lebensgrundlagen sind."
Die Präsidentin des BfN, Prof. Beate Jessel: "Wandern ist hervorragend geeignet, die Vielfalt der Landschaften und der Arten in Deutschland kennen und schätzen zu lernen. Ich danke Organisatoren wie Wanderern für ihr Engagement zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt. Durch die vielen Wanderfreunde wird der Begriff "biologische Vielfalt" weiter verbreitet".
Das BfN organisiert in Kooperation mit der Tourismus Zentrale Saarland und anderen Partnern am 19. Mai (Pfingstsonntag) die zentrale Veranstaltung zum Wandertag biologische Vielfalt. Bundesumweltminister Peter Altmaier, die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, die Landesumweltministerin Anke Rehlinger und BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel haben ihre Teilnahme zugesagt.
Auf dem Freizeitgelände am Losheimer Stausee (Saarland) bieten von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr ein vielfältiges Bühnenprogramm mit Livemusik und interessanten Gesprächsrunden sowie ein "Markt der Umweltmöglichkeiten" mit zahlreichen Info- und Aktionsständen abwechslungsreiche Unterhaltung. Ein Highlight ist die Eröffnung einer neuen Nordic-Walking-Strecke durch Olympia-Siegerin Rosi Mittermaier und Ski-Weltcupsieger Christian Neureuther. Dazu werden mehr als zehn verschiedene geführte Wanderungen angeboten.
Hinweis:
Der gemeinsam vom Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz jährlich ausgerichtete bundesweite Wandertag ist ein wichtiger Beitrag zur UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011 bis 2020
(www.un-dekade-biologische-vielfalt.de). Das diesjährige Motto zur UN-Dekade lautet "Vielfalt nutzen - Die Angebote der Natur".
Bundesumweltminister Peter Altmaier hat zum Abschluss des vierten Petersberger Klimadialogs zu mehr Dringlichkeit im nationalen und internationalen Klimaschutz aufgerufen. "Fast alle Staaten bekennen sich inzwischen zum Klimaschutz und tragen auf nationaler Ebene dazu bei, die 2-Grad-Obergrenze einzuhalten. Nun muss diese Entwicklung verstärkt werden und Fortschritte auf der internationalen Ebene zeigen. Das gilt auch für die EU, die dringend eine Lösung für den Preisverfall im EU-Emissionshandel finden muss. Nur mit einem funktionierenden Emissionshandel wird es uns gelingen, andere Staaten zu inspirieren und zum Nachahmen anzuregen", sagte Altmaier. Der Bundesumweltminister begrüßte besonders, dass neben nationalen Klimaschutzaktivitäten viele innovative Partnerschaften für zusätzliche Treibhausgasminderungen ins Leben gerufen wurden. Diese Initiativen müssten mehr Sichtbarkeit bekommen und besser im VN-Prozess verankert werden.
Der Bundesumweltminister würdigte auch die Anstrengungen des Privatsektors und der Zivilgesellschaft. "Für eine erfolgreiche Klimapolitik müssen wir alle Interessengruppen ins Boot holen und gemeinsam an unserem Ziel, die 2-Grad-Obergrenze einzuhalten, arbeiten", betonte Altmaier. Die Teilnehmer des vierten Petersberger Klimadialogs unterstrichen, dass sie dem Abschluss eines neuen Klimaschutzabkommens bis 2015 größte Priorität beimessen und diskutierten über mögliche Kompromisse, die einen ambitionierten Klimaschutz ermöglichen. "In Warschau wollen wir wichtige Meilensteine und erste Elemente auf unserem Weg zu einem neuen Abkommen definieren. Warschau wird ein wichtiger Zwischenschritt hin zum Abschluss eines neuen Abkommens sein", sagte Altmaier.
Vom 6. bis 7. Mai 2013 trafen sich Minister und hochrangige Delegierte aus 35 Staaten sowie der stellvertretende Exekutivsekretär des VN-Klimasekretariats in Berlin zum 4. Petersberger Klimadialog. Auf Einladung von Bundesumweltminister Peter Altmaier und dem Präsidenten der nächsten Weltklimakonferenz, Umweltminister Marcin Korolec aus Polen, diskutierten sie, auf welche Weise global mehr Klimaschutzmaßnahmen angestoßen und welche Ergebnisse in Warschau auf dem nächsten Weltklimagipfel erreicht werden können. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte in ihrer Grundsatzrede am Montag dieser Woche die Notwendigkeit, den Klimaschutz weltweit zu intensivieren, um die Folgen des Klimawandels in beherrschbaren Grenzen zu halten.